Zum Freistaat Bockenheim

Nicht alles wurde realisiert – in diesen Zeiten, damals. Mancher ruft: Gott-sei-Dank, andere trauern einer Möglichkeit nach, wie der Kneipe “Zum Freistaat Bockenheim”. Dabei stimmte hier doch alles: Ein großartiger Name, ein modernes Finanzierungskonzept, wunderbare “Macher” – eine hervorragende Lage. Aber dann, ….

Wir planen die Eröffnung einer

GENOSS(INN)EN-KNEIPE
“Zum Freistaat Bockenheim“

 

Um die Kneipe mitzufinanzieren, geben wir so ne Art Aktien aus, und zwar: 10 DM, 30 DM, 50 DM und 100 DM Anteilscheine. Zunächst müssen genügend Genoss(inn)en zeichnen, daß sie bereit sind, Anteilscheine zu kaufen, bis die nötige Summe zusammen ist. Das könnt ihr auf diesem Papier tun. Sobald genügend Genossen gezeichnet haben, beginnen wir das Geld einzukassieren und kaufen den Laden.*

Die Anteilscheine der Kneipe können nach ca. 2 Jahren versoffen und verfressen werden. Zwar nicht an einem Tag – den Tag darauf wäre die Kneipe sonst Pleite – aber schön verteilt auf 3 – 5 Jahre. Jeder kommt auf seine ‘Kosten’. Die Anteilscheine sind also eine Art umgekehrter Deckel; dafür haben wir dann alle gemeinsam ne Kneipe und was sich sonst noch draus machen lässt.

Falls tatsächlich außer Rückzahlung der Darlehen Gewinn anfallen sollte (das ist nicht sicher, aber man muß den Fall in Betracht ziehen), so geht dieser in

  1. andere Projekte der Stiftung oder
  2. in eine Art Solidaritätsfonds der sozialistischen Bewegung – entsprechend der Satzung jener ‘kulturellen 7’.

Genug dieses Schmonzes, jetzt mehr Aktion. Wir wollen die Kneipe aufmachen und zwar bald, also bekundet massenhaft eure Zahlungsabsicht. Das weitere klären wir dann, sobald die Kneipe konkret wird, hoffentlich gleich nach der ‘heißen’ Sommerpause

Wir haben jetzt die Möglichkeit, mitten in Bockenheim, beste Lage, eine Kneipe zu erstehen. Jetzt, wo wir die Chose von uns aus fast klar haben, hat der Typ, der uns die Kneipe angeboten hat, plötzlich einen halben Rückzieher gemacht. Wir hoffen trotzdem auf eine Eröffnung im Oktober. Unsere Absicht ist nicht, eine Privatkneipe zu, machen, sondern wir wollen eine Genossenkneipe ähnlich wie der ‘Elfmeter’. Träger soll eine allseits bekannte und beliebte (!) Frankfurter Kultureinrichtung sein (Die Glorreichen 7).

Dazu brauchen wir erst einmal Kohlen, d.h. 30.000 DM Abstandssumme, weiterhin Genoss(inn)en, die in der Kneipe mithelfen wollen und Genoss(inn)en, die die Kneipe auch finanziell mittragen. Wir sind zunächst einmal 3, die den ‘Freistaat’ möglich machen wollen: Finanzen, Laden in Schwung bringen, Verhandlungen führen und den notwendigen organisatorischen Kram verbindlich übernehmen, bis das Ding auf eigenen Füßen steht.

Ziel des Projekts ist nicht, daß einzelne sich an der Kneipe bereichern. Wohl soll das Kneipenkollektiv für seine Arbeit auch – nach Möglichkeit – ein Entgelt erhalten. Klar ist aber, daß wir erst einmal die Kredite zurückzahlen müssen,  d.h., daß wir so lange vermutlich auf die in Genossenbetrieben übliche Selbstausbeutung angewiesen sind. Traumziel bleibt dennoch eine Entlohnung der in diesem Lokal arbeitenden Bevölkerung (Sektor Dienstleistungsgewerbe) nach dem bewährten in Krankfurter linken Betrieben üblichen ZÜnomoMiEiko (Zum Überleben notwendiges Mindesteinkommen) von DM 700,- bis DM 1000,- .

anteilschein freistaatQuelle: Pflasterstrand 14

 

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