Pizza Peter

Die Scene war nicht immer überall. Ihre Anfänge im Nordend, weitab von der Universität in Bockenheim, lassen sich beim Pizza-Peter verorten, einer Stadtteilkneipe in der Glauburgstraße. Anfang der 70er hatten Dany Cohn-Bendit und Joschka Fischer eine Wohnung in der Bornheimer Landstraße bezogen. Das war sicher einer der Ausgangspunkte für die Auswahl des Pizza-Peters zur Stammkneipe der gerade erst entstehenden Sponti-Bewegung, die es damals weder vom Begriff noch von der Größe und Bedeutung gab. Es gab damals den RK, den Revolutionären Kampf, eine echte Kaderorganisation, zwar ohne Leninismus, aber doch rigide und elitär. Erst nach den großen Niederlagen des RK, dem Scheitern der Intervention “beim Opel” und der Räumung des “Block” (Bockenheimer 111/Schumannstraße), kann ernsthaft von einer “Sponti-Bewegung” in Frankfurt gesprochen werden.
Die Kneipe Zum Peter hatte im vorderen Bereich einen Gastraum mit einer großen Theke und im hinteren Bereich einen weiteren großen „Kolleg-Raum“, durch einen schmalen Flurbereich getrennt vom vorderen Thekenbereich. So funktionierte auch die Trennung der Gäste harmonisch: Hinten der RK, an einem großen Tisch wie weiland beim Abendmahl und später von Leonardo gemalt,  Dany und Joschka in der Mitte,
daneben die Lieblingsjünger und die (späteren) Verräter.  Vorne, an der Theke, die Bewohner des Stadtteils.

So könnten wir es uns vorstellen.

Der Pizza-Peter ist aber auch die Geburtsstätte der Neuen Frankfurter Schule. Ihr Chronist Eckard Henscheid beschrieb es. 

Und vermutlich ist der Pizza-Peter auch der logistische Ausgangspunkt für die Fischmehl-Aktion, die die RK´ler in die Spohrstraße 46a führte. Dort hatte 1973 der KBW einen Leseraum für die Arbeiter eingerichtet (heute ist dort die Denkbar) und dafür den Buchladen in der Adalbertstraße 7a aufgegeben. Und dieser Leseraum war das Ziel einer RK-Gruppe, die einen Sack Fischmehl dort entleerte. Aber das ist eine andere Geschichte …