Der Ostpark

Begonnen hatte es 1969 im Grüneburgpark: Die antiautoritäre Kickerei an jedem Samstag nach den Demonstrationen, die auch (fast) jeden Samstag stattfanden. In den Siebzigern wechselte ein Teil der Kicker in den Ostpark – und etablierte sich unter dem Namen “der Ostpark” neu. Damit war die Trennung in die “Unpolitischen” (Grüneburgpark) und die “Organisierten” (Ostpark) vollzogen.”Ein harmlos klingender Begriff für jene Gruppierung, die in den siebziger Jahren und frühen achtziger Jahren zum übermächtigen, weil eben uneingestandenen Zentralkomitee jener sich selbst “die Sziehn” nennenden Gruppierung geworden sei, die sich bundesweit als die “Frankfurter Spontis” einen” Namen gemacht haben, so schreibt Heipe Weiss in seinem Roman “Fuchstanz”. Das Buch enthält noch sehr viele Geschichten vom Ostpark und vom Grüneburgpark und ist auch eines der völlig unterschätzten Fußballbücher mit schlagenden Querverbindungen zu den Jahren der Revolt(e).

“Der Ablauf samstags nach dem Eintreffen im Ostpark war fast immer gleich. Es begann nach dem üblichen “Ei guude, wie?” gleich mit dem ersten Abcheckgespräch beim Umziehen, wer die Chancen der Eintracht wie einschätzt. Dann, wenn die ewig zu spät kommenden, wichtigeren Spielerpersönlichkeiten, übrigens immer die gleichen, eingetroffen waren, das Wählen, wobei, wie gesagt, die typischen Leaderfiguren mit dem Mannschaftsführer-Charisma das Sagen hatten, also zum Beispiel …” (Fuchstanz, Seite 293)

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