Das Studentenwohnheim am Beethovenplatz 4 wurde zum “Sitz” der Frankfurter SDS-Gruppe. Die z.T. wöchentlichen Mitgliederversammlungen fanden dort statt. Im Anschluß ging es in den Kolbkeller.  In den 70er  Jahren wurde es als “Sponti-Villa” bekannt. In den 60er und 70er Jahren gab es dort 69 Wohneinheiten mit Zimmern von ca. 8,5 qm. 

Am späten Abend des 29. März 1969 wird Hans-Jürgen Krahl beim Verlassen des Walter-Kolb-Studentenwohnheimes von einer Zivilstreife der Polizei in eine Schlägerei verwickelt. Der persische Student Achmed Taheri will ihm zur Hilfe kommen. Beide werden festgenommen. Der vergebliche Versuch von ca. 100 Besuchern des Kolbheims die beiden freizubekommen führt zu einer Massenschlägerei. Auf der Fahrt zum Polizeipräsidium wird Krahl das Nasenbein ramponiert. Taheri erhält eine Anklage wegen Widerstands gegen die Polizeigewalt, versuchter Gefangenenbefreiung  und Körperverletzung.  In der Gerichtsverhandlung am  12. September 1969 wird er freigesprochen. (Quelle: Kraushaar, Chronik, Bd. 1 – S. 413)

 

„Wir haben Prügel bezogen und ich erinnere mich, wie wir im Kolb-Heim in Frankfurt dann nach den Schlachten saßen und mit einer unglaublichen Humorlosigkeit unsere blauen Flecken betrachtet haben, die uns die Polizei geschlagen hatte. So als hätten wir etwas anderes erwartet! Aber wir sind eben nicht weggelaufen, und wir haben vergessen, daß wir hätten weglaufen sollen und daß das unsere ursprüngliche Absicht gewesen war.“ Ulrich Oevermann in einer Diskussion